Was ist Hausgeld? Eine Übersicht der Kosten für Wohnungseigentümer!

Sie haben eine Eigentumswohnung gekauft oder überlegen gerade eine zu kaufen? Dann haben Sie sicherlich den Begriff Hausgeld gelesen. Wir zeigen Ihnen heute, was hinter dem Begriff Hausgeld steht und wie dieses berechnet wird. Dieses Wissen ist nicht nur bei einem Eigennutz der Wohnung, sondern auch für Kapitalanleger interessant.

Grundsätzliches zum Hausgeld!

Das Hausgeld bezeichnet die Vorschüsse, die ein Wohnungseigentümer aufgrund des Wirtschaftsplans an eine Wohnungseigentümergesellschaft zahlen muss. Es ist also ähnlich wie bei der Nebenkostenpauschale für Mieter. Das Hausgeld wird pro Monat gezahlt. Dabei variiert die Höhe des Hausgeldes von Jahr zu Jahr in Abhängigkeit des Wirtschaftsplans.

Das Hausgeld bei einer Eigentumswohnung wird im Wohneigentumsgesetz geregelt. Darin steht, dass jeder Wohnungseigentümer verpflichtet ist, seinen Anteil an den Kosten und Lasten des Gemeinschaftseigentums zu tragen. Die Vorschüsse werden in der Regel von der Hausverwaltung bestimmt. Der Anteil an den gesamten Kosten einer Wohneigentümergemeinschaft bemisst sich dabei an der Höhe des Miteigentumsanteils.

Welcher Unterschied besteht nun zwischen Hausgeld und Betriebskosten? Das erklären wir Ihnen im folgenden Abschnitt des Artikels.

Was ist der Unterschied von Hausgeld und Betriebskosten?

Was Hausgeld ist, wurde nun geklärt. Doch wo ist der Unterschied von Hausgeld und Betriebskosten oder Nebenkosten? Es gibt hier einen ganz entscheidenden Unterschied.

Während sowohl das Hausgeld als auch die Betriebskosten gesetzlich geregelt sind, finden Sie im Hausgeld jedoch mehr Kostenpunkte. Dies liegt vor allem daran, dass alle Kosten, die der Wohnungseigentümergemeinschaft entstehen, bezahlt werden müssen. Wenn Sie als Vermieter auftreten, sind Sie bei der Umlage der Nebenkosten gebunden. Gesetzlich dürfen Sie nur die Nebenkosten umlegen, die in der Betriebskostenverordnung aufgelistet sind.

Die Basis für das Hausgeld stellen jedoch alle Kosten dar. Sogar Verwaltungskosten, Instandhaltungskosten und weitere, die Sie sonst nicht auf Mieter umlegen dürfen, sind im Hausgeld pro Monat enthalten.

Was ist im Hausgeld enthalten?

Sie kennen nun den Unterschied zwischen Hausgeld und Betriebskosten. Auch in der Zusammensetzung des Hausgeldes unterscheidet es sich. Sie zahlen durch das Hausgeld mehr Kostenpunkte als in den Nebenkosten. Folgende Kosten können im Hausgeld bezahlt werden:

  • Heizkosten für zentrale Heizungen.
  • Verwaltungskosten für die Wohneigentümergemeinschaft. Hierzu können alle möglichen Kosten zählen. Sogar Kontoführungsgebühren der Bank fallen unter diesen Punkt.
  • Generell können alle Betriebskosten aus der Betriebskostenverordnung im Hausgeld umgelegt werden. Kosten für Müllentsorgung, einen Hauswart, Kosten für die Gartenpflege und einige andere zählen hierzu.
  • Instandhaltungskosten für das Gemeinschaftseigentum. Von Zeit zu Zeit fallen Reparaturen an, die Sie mittragen müssen.
  • Weiterhin ist es üblich, eine Rücklage für Instandhaltungskosten zu bilden. Auch dieser Posten ist im Hausgeld enthalten.

Sie müssen also alle Kosten tragen, die im Zusammenhang mit dem Eigentum anfallen. Dieses Vorgehen ist insofern logisch, da natürlich niemand innerhalb der Eigentümergemeinschaft Ihre Kosten tragen möchte. Die Gemeinschaftskosten müssen deshalb möglichst fair verteilt werden. Diese Verteilung unterliegt festgelegten Regeln, welche wir Ihnen im folgenden Abschnitt zeigen.

So wird das Hausgeld umgelegt!

Die Schwierigkeit der Berechnung beim Hausgeld für die Eigentumswohnung liegt vor allem in der fairen Aufteilung. Diese gelingt manchmal besser und manchmal schlechter. Die Verteilung der Kosten wird deshalb mit Verteilerschlüsseln geregelt. Dieser wurde in § 16 WEG festgelegt.

Danach werden die Kosten nach dem sogenannten MEA verteilt. MEA steht für Miteigentumsanteil. Dieser wird in der Regel bei Gründung der WEG festgelegt. Der MEA ist nicht immer gleichzusetzen mit der Wohnungsgröße, kommt dieser aber nahe. Die Anteile werden in Hundertstel, Tausendstel oder Zehntausendstel angegeben. Diese Zahl ist abhängig von der Größe der WEG.

Die gesamten Kosten werden jedoch nur teilweise nach diesem Verteilerschlüssel abgerechnet. Heizkosten und Warmwasserkosten werden nach der Heizkostenverordnung verteilt. Diese schreibt vor, dass die Verteilung verbrauchsabhängig stattfindet. Jeder Miteigentümer trägt also seinen Teil, der tatsächlich verbrauchten Kosten.

Zusätzlich gibt es noch Verteilerschlüssel nach Wohneinheiten. Diese können für Kosten genutzt werden, die pro Wohneinheit anfallen oder für Hausgeldnebenkosten, die pauschal anfallen.

Bei der Gestaltung der Verteilerschlüssel sind Sie grundsätzlich nicht gebunden. Die Festlegung sollte trotzdem innerhalb der Wohneigentümergemeinschaft diskutiert, beschlossen und umgesetzt werden. Die Umsetzung kann entweder durch die Wohneigentümergemeinschaft selbst oder durch einen Hausverwalter durchgeführt werden. Die Variante mit einem Hausverwalter ist dabei zu bevorzugen, da dieser die Hausgeldhöhe pro Jahr und das Hausgeld pro Monat besser ermitteln kann als ein Zusammenschluss aus Privatpersonen.

Dazu gibt es noch eine Besonderheit. Sie müssen das Hausgeld zwar in vollem Umfang zahlen, allerdings nur, wenn Sie die Immobilie selbst bewohnen. Bei einer vermieteten Eigentumswohnung können Sie ein Teil des Hausgelds auf den Mieter umlegen.

Kann das Hausgeld auf Mieter umgelegt werden?

Wenn Sie die Eigentumswohnung nicht selbst nutzen, sondern vermieten, können Sie einen Teil des Hausgeldes pro Monat weiter berechnen. Sie können das Hausgeld teilweise auf Mieter umlegen. In der Hausgeldabrechnung sind ebenfalls Nebenkosten enthalten, dies haben wir mittlerweile festgestellt. Die im Hausgeld enthaltenen Nebenkosten können Sie auf Mieter umlegen.

Dazu müssen Sie am Ende des Abrechnungszeitraums eine Nebenkostenabrechnung erstellen. Weiterhin müssen Sie im Mietvertrag die Umlage der Nebenkosten festgelegt und genau benannt haben. Zur Erstellung eines korrekten Mietvertrages können wir Ihnen unseren Kooperationspartner Vermietet.de empfehlen. Nach der Anmeldung erhalten Sie Zugang zum Shop von Vermietet.de. Hier finden Sie eine Vorlage für Mietverträge, die Ihnen bei der korrekten Abrechnung hilft.

Um Ihnen einen groben Rahmen zu geben, welchen Teil der Hausgeldhöhe Sie auf Mieter umlegen können, haben wir Ihnen hier eine kurze Liste erstellt:

  1. Grundsteuer und sonstige öffentliche Lasten
  2. Kosten für die Versorgung von Kaltwasser
  3. Entwässerungskosten
  4. Zentrale Heizkosten
  5. Betriebskosten für Warmwasseranlagen
  6. Kosten für verbundene Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlagen
  7. Personen- und Lastenaufzüge
  8. Müllbeseitigung und Straßenreinigung
  9. Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung
  10. Kosten für die Gartenpflege
  11. Beleuchtung gemeinsam genutzter Flächen
  12. Schornsteinfeger
  13. Sach- und Haftpflichtversicherungen
  14. Kosten für einen Hausmeister
  15. Breitband- oder Antennenanlagen
  16. Kosten für den Betrieb von Waschräumen
  17. Sonstige Betriebskosten

Eine detaillierte Auflistung dieser Kosten finden Sie in der Betriebskostenverordnung.

Sie können also nur einen Teil der Kosten auf Mieter umlegen. Der andere Teil muss durch die Miete bezahlt werden. Verwaltungskosten, Instandhaltungskosten und Rücklagen sind in der Miete enthalten und dürfen deshalb nicht über die Nebenkostenabrechnung auf Mieter umgelegt werden.

Bei der Nebenkostenabrechnung empfehlen wir Ihnen ebenfalls das Programm von Vermietet.de. Hier können Sie alle laufenden und einmaligen Kosten erfassen, um am Ende des Abrechnungszeitraums, in wenigen Minuten, eine Nebenkostenabrechnung zu erstellen. So erhalten Sie einen Teil des Hausgelds bei Eigentumswohnungen zurück.

Abschließend möchten wir kurz auf den Unterschied zwischen Hausgeld und Wohngeld eingehen. Oftmals werden diese Begriffe synonym verwendet, obwohl dies nicht korrekt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Hausgeld und Wohngeld?

Der Begriff Wohngeld wird oftmals anstatt dem Wort Hausgeld benutzt. Dies ist nicht ganz korrekt.

Das Hausgeld beschreibt die Zahlung für die Bewirtschaftung des Gemeinschaftseigentums. Wie wir Ihnen bereits gezeigt haben, wird die Hausgeldhöhe einmal im Jahr festgelegt, um das Hausgeld später pro Monat abzurechnen. Innerhalb des Hausgeldes werden alle Kosten bezahlt, die in der Wohneigentümergemeinschaft anfallen.

Das Wohngeld hingegen ist eine Sozialleistung vom Staat. Diese hat also nichts mit dem Hausgeld einer Eigentumswohnung zu tun. Das Wohngeld ist ein Zuschuss für einkommensschwache Bürger, um die Miete zahlen zu können.

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Beitrag zur Klärung des Begriffs Hausgeld geholfen hat. Sie kennen jetzt die Definition, Berechnung und wie sich das Hausgeld zusammensetzt.

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